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Scharaun is an interdisciplinary project space for art and architecture in Berlin Siemensstadt.The exhibition space is located in an apartment complex from the 1930s, which was built by the architect Hans Scharoun for the workers of the nearby Siemens factories. Together with his wife Aenne, Scharoun lived and worked in an apartment inside the same building from 1930 to 1960.

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01 Kitchen

Although no photographs of the kitchen in its original state have survived, due to its limited dimension, it is to be assumed that a Frankfurt kitchen was installed. In later projects Scharoun continuously used the compact built-in model of a kitchen. The original floor plan also shows that a hatch or passageway to the dining area, which later maybe got rebuild.
02 Living space

The east-west oriented living room is illuminated from the flower window as well as from the balcony. The "durchgesteckte Zimmer" replaced the classic corridor supply. The room was originally divided into dining and living area, with the dining area located directly in front of the flower window.
03 Bathroom

The original floor plan shows that Scharoun planned the bathroom including the bathtub. What seems normal today was a rare luxury in 1930, which was only made possible by the local block heating station (Blockheizkraftwerk) supplying the house. Due to the central heat supply, the previously standard charcoal stove becomes obsolete.
04 Children's room / Archive

The room labeled as "Kammer" in the original floor plan, must have been used as a children's room in most cases. By today's standards, 12 square meters for a children's room are rather scarce, but in co-use with the spacious living area, the concept offers adequate individual space for every family member.
05 Bedroom

The spacious bedroom has direct access to the loggia. The window front offers a straight view of the Jungfernheideweg and the small park area in front of the building designed by landscape architect Leberecht Migge.
06 Flower window

The generous flower window connects the green courtyard – the outer – with the interior zone of the apartment. Scharoun's use of the flower window was not only based on an aesthetic consideration, but also increased a quality for the apartment in terms of both energy and room climate.
07 Loggia

The enclosed loggia is accessible from both the living room and the bedroom, thus extending the living area.
Grundriss des Apartments, 1930

ÜBER SCHARAUN

Der Projektraum SCHARAUN wurde im August 2017 von dem Bildenden Künstler Jaro Straub als interdisziplinärer Ausstellungsraum für Kunst und Architektur in Berlin-Siemensstadt gegründet und befindet sich seitdem unter dessen künstlerischer Leitung.

Der Ausstellungsraum befindet sich in einer Wohnanlage aus den 1930er Jahren die von dem Architekten Hans Scharoun für Arbeiter der umgebenden Siemenswerke entworfen wurde. Scharoun selbst hat von 1930 bis 1960 in einer Wohnung in dem Gebäude gelebt und gearbeitet. Vom Balkon der ehemaligen Wohnung blickt man unmittelbar auf Scharouns signifikantes Panzerkreuzer-Gebäude. Die besondere Lage des Ortes gibt Besuchern die seltene Gelegenheit eine von Scharouns Siedlungswohnungen in nahezu unverbautem Originalzustand zu besuchen.

Die Wohnanlage mit ihren Wohnensembles von Gropius bis Scharoun ist als Teil der Ringsiedlung seit 10 Jahren im Statut der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Die direkte Umgebung von SCHARAUN mit ihrer innovativen Architektur zwischen Nord-Charlottenburg und Spandau hat einen Modellcharakter für Wohnungsbau der 20er-50er Jahre und gilt als eine der wichtigsten Adressen für Neues Bauen in Berlin. Berlin-Siemensstadt steht im Jahr 2019 im Fokus von zwei wichtigen Ereignissen: Das 100 Bauhaus Jubiläum auf der einen Seite, sowie die noch offene Entwicklung der im November 2018 bekannt gegebenen Planungsvorhaben von Siemens' Zukunftscampus.

Seit 2017 finden bei SCHARAUN in regelmäßigen Abständen Ausstellungen, Gespräche, Performances und Projekte mit thematischem Fokus statt. Die Ausstellungen im Jahr 2018 waren Teil eines größer angelegten Netzwerkes das vom Project Space Festival 2018 über den Tag des Offenen Denkmals 2018 bis zu einer Sonderveranstaltungen im Rahmen der Ausstellung „Gehry Scharoun“ im Max Lieberman Haus am Pariser Platz reichten. 2019 war DXIX/Projects aus Los Angeles mit der Ausstellung MICROLOGIES zu Gast bei Scharaun im Rahmen des Festivals Berlin-L.A. Connect.

Blick in das Wohnzimmer

SIEDLUNG SIEMENSSTADT

Die Großsiedlung mit Mietwohnungen für bis zu 5000 Menschen wurde zwischen 1929 und 1931 als sozialer Wohnungsbau von unterschiedlichen Architekten realisiert, unter anderem von Walter Gropius und Hugo Häring. Geleitet wurde die Planung vom Stadtbaurat Martin Wagner, während Scharoun den städtebaulichen Gesamtplan ausarbeitete. Die Entscheidung für den Zeilenbau war allerdings eine kollektive. Im südlichen Teil der Siedlung, gegenüber des Siemenswerks, realisierte Scharoun drei Gebäudezeilen um eine trichterförmige Platzanlage und bezog dort auch selbst eine Wohnung.

Aufgrund der Schiffsmotive wurde einer der Baublöcke später „Panzerkreuzer“ genannt. Das Schiffsartige wird nicht nur durch die Form und Detaillierung, sondern auch durch den membranhaften Charakter der Außenwand suggeriert, da sich die Wand an den mit Rundungen aus- greifenden Balkonen und der bekrönenden „Kommandobrücke“ als eine extrem dünne Haut zeigt. Der von Scharoun selbst bewohnte Wohnungstyp zeichnet sich durch einen doppelseitig belichteten Wohnraum aus. Das Sonnenlicht fällt morgens durch ein kastenartiges Blumenfens- ter und abends durch eine Loggia herein.

Die stark durchgrünte Siedlung war als Gegenmodell zur typischen Berliner Blockrandbebauung mit Seitenflügeln, Quergebäuden und Hinterhöfen konzipiert. „Statt dessen sollen Straße, Haus und Garten gleichberechtigt nebeneinander stehen, jedes selbstständig, eines das andere stützend. Also: Anstelle von Straße und Straßenbild parkähnliche Grünlandschaft“, argumentierte Scharoun und forderte, dass „sich Haus gegen Landschaft und Landschaft gegen Haus zu behaupten imstande ist“. Diese Überlegungen kulminierten später in seinem Konzept der „Stadtlandschaft“ als Antithese zum historischen Stadtgrundriss.

Aus »Hans Scharoun, Bauten und Projekte«
Carsten Krohn, Birkhäuser 2018

ABOUT / JARO STRAUB

Jaro Straub is a visual artist and works in the fields of photography, installation and architecture. Since 2017 he has been artistic director of the project space SCHARAUN in Berlin-Siemensstadt with regular exhibitions on art and architecture.

Straub studied art history and philosophy at the Sorbonne Paris. From 1997 to 2002 he studied fine arts at the Academy of Fine Arts Vienna with Renee Green (1999) and graduated from the UdK Berlin as Katharina Sieverding master student (2002). He was organizer of the series Kunst/Kino with Gregor Stemmrich at the UdK Berlin
(1999) and Artist-in-Residence at the Art Center College of Design in Pasadena, Los Angeles from 2002 to 2003.

From 2008 to 2011 he was involved with the curatorial collective Komplot from Brussels, resulting in exhibitions at Subdivision Hamburg, Kunsthalle Ystad and Outpost Los Angeles, among others. In 2009 he founded the apartment gallery Gerichtstrasse 52a in Berlin-Wedding and operated it together with Tatiana Echeverri Fernandez until 2012. Jaro Straub is the initiator of the exhibition series Verschollene (collages by Hannah Höch) together with Martin G. Schmid at Scharaun (2018), at Shedhalle Zurich (2019), the MEWO Kunsthalle Memmingen (2019/20) and the Kunstverein Pforzheim (2021).